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Rechtssicherheit

Im Rahmen einer Inspektionsvereinbarung zwischen Ihnen und einem Sachverständigen ist eine schriftliche Form, also der Abschluss eines Inspektionsvertrages, immer sinnvoll. Natürlich ist damit klar, dass Arbeiten sehr komfortabel für Sie wie vereinbart in regelmäßigen Abständen und im notwendigen Umfang unaufgefordert durch Ihren Partner durchgeführt werden.
Entscheidend aber ist, dass Ihnen die schriftliche Vereinbarung mehr Rechtssicherheit gegenüber Dritten bietet.
Denn mit dieser Vereinbarung kann die regelmäßige Inspektion des Daches durch einen Fachbetrieb nachgewiesen werden, zu der gemäß eines Urteils des Bundesgerichtshofes alle Hausbesitzer verpflichtet sind. Ohne einen solchen Vertrag könnte – trotz bestehender Gebäudeversicherung – im Falle eines Schadens durch zum Beispiel bei Sturm herab gewehte Dachteile der Hauseigentümer regresspflichtig gemacht werden. Daher ist der Abschluss eines solchen Vertrages nicht nur für ältere Häuser, sondern auch unmittelbar nach Fertigstellung einer Neueindeckung oder Sanierung empfehlenswert.


Hier ein Beispiel:

Hausbesitzer müssen bei Sturmschäden praktisch immer zahlen.
Wenn bei einem schweren Sturm oder Orkan Gebäudeteile auf ein Auto fallen, muss in der Regel der Hausbesitzer für den Schaden aufkommen.
Ihm kann aufgrund eines aktuellen Urteils quasi immer mangelhafte Wartung beziehungsweise Baufehler unterstellt werden. (Amtsgerichts Berlin-Schöneberg Az. 17b C 181/07).
Das Gericht ging in seiner Begründung davon aus, dass selbst bei heftigen Stürmen in Deutschland nur dann Gebäudeteile umherfliegen, wenn das Gebäude entweder fehlerhaft konstruiert oder mangelhaft gewartet wurde.
In vorliegendem Fall flogen während des Orkans "Kyrill" Mauer- und Putzstücke sowie Teile einer Dachleiter auf ein vor dem Gebäude abgestelltes Fahrzeug. Das Gericht verurteilte den Hausbesitzer für den Schaden am Fahrzeug aufzukommen weil sein Haus auch ungewöhnlichen Stürmen standhalten müsse - nach praktizierter Rechtsprechung bis Windstärke 10 Beaufort.

Fallen bei einem schweren Sturm Teile eines Schornsteins vom Dach und beschädigen dabei ein parkendes Auto, ist der Hausbesitzer schadensersatzpflichtig, da in der Regel nur dann bei heftigeren Stürmen Gebäudeteile herausgerissen werden können, wenn das Gebäude fehlerhaft errichtet oder mangelhaft unterhalten wurde.

So entschied das Amtsgericht Berlin-Schöneberg.
Im zugrunde liegenden Fall wurde das Auto des Klägers in der Nacht vom 18. zum 19. Januar 2007, als der Orkan "Kyrill " über Berlin hinweg zog, beschädigt. Der Kläger ist Mieter im Haus der späteren Beklagten. Bei dem Orkan wurde der Schornstein des Hauses beschädigt, wobei herab fallende Steine des Schornsteins auf die Straße stürzten.

Der Kläger verlangt Schadensersatz für sein beschädigtes Fahrzeug.
Der Kläger behauptet, dass durch die herab fallenden Steine des Schornsteins auch sein vor dem Haus geparktes Fahrzeug beschädigt wurde. So seien die Frontscheibe des Fahrzeugs zerstört und die Motorhaube und das Dach eingebeult worden. Da der Schornstein bauliche Mängel aufgewiesen und deshalb dem Sturm nicht standgehalten habe, verlangte der Kläger von der Beklagten Schadensersatz für die Beschädigung seines Fahrzeugs.

Der Beklagte sah in dem Orkan ein außergewöhnliches Naturereignis.
Die Beklagte war jedoch der Ansicht, dass höhere Gewalt zur Beschädigung des Schornsteins geführt habe. Der Orkan "Kyrill" sei mit Starkniederschlag und Windstärken über 12 Beaufort ein außergewöhnliches Naturereignis gewesen und somit habe ein Ausnahmezustand geherrscht, für den die Beklagte nicht verantwortlich sei. Der Schornstein sei in einwandfreiem Zustand gewesen.

Das Gericht spricht dem Kläger Schadensersatz zu.
Das Amtsgericht Berlin-Schöneberg sah dies jedoch anders und hielt die Klage für weitgehend begründet. Die Richter sprachen dem klagenden Autobesitzer einen Schadensersatzanspruch zu, nachdem eine Zeugin insoweit glaubhaft bekundet hatte, dass sie im direkten zeitlichen Zusammenhang mit der Beschädigung des Schornsteins des Hauses und von dort herab fallenden Steinen und Metallteilen die streitgegenständlichen Beschädigungen am Fahrzeug des Mannes wahrgenommen habe.

Der Orkan "Kyrill" war ein seltenes Witterungsereignis aber kein außergewöhnliches Naturereignis
Nach Ansicht des Deutschen Wetterdienstes ist der Orkan "Kyrill" zwar als sehr seltenes Witterungsereignis einzustufen, jedoch ist der Sturm - entgegen der Ansicht der Beklagten - nicht als außergewöhnliches Naturereignis anzusehen.

Der Gebäudebesitzer muss im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht Vorsorge für Festigkeit von Gebäude und Gebäudeteilen treffen.
Grundsätzlich müsse ein Gebäude mit seinen sämtlichen Einrichtungen der Witterung standhalten. Weil ein Gebäudebesitzer auch ungewöhnliche Stürme in seine Betrachtung einbeziehen und im Rahmen der ihn treffenden Verkehrssicherungspflicht entsprechende Vorsorge für die Festigkeit des Gebäudes und der Gebäudeteile treffen muss, gilt dies auch für Windstärken bis 12 Beaufort, die mit einem Orkan einhergehen.

Herabfallende Steine waren Folge fehlerhafter Errichtung oder mangelhafter Unterhaltung
Da derartige Windstärken jedoch in der Nacht des Orkans "Kyrill" am Schadensort nicht gemessen wurden, ist nach dem Beweis des ersten Anscheins erwiesen, dass die Ablösung von Teilen des Schornsteins des Gebäudes der Beklagten die Folge fehlerhafter Errichtung oder mangelhafter Unterhaltung des Schornsteins gewesen ist und die Beklagte somit gegenüber dem Kläger schadensersatzpflichtig ist.

Bestmögliche Rechtssicherheit können Sie also nur dann erlangen wenn sie Ihrer Gesetzlichen Unterhaltspflicht nachkommen und Ihr Dach regelmäßig prüfen lassen!