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Analyse





Ursachen

Schimmel in der Wohnung kann viele Ursachen haben, deshalb ist es nicht möglich alle Ursachen anzugeben.
Wichtig ist bei der Ursachenforschung eines Schimmelbefalls das Einbeziehen aller Möglichkeiten.
Dies setzt aber fundiertes Fachwissen in vielen Bereichen voraus.

Nachstehend sind die in der Praxis am häufigsten vorgefundenen Schadensursachen für Schimmelbefall in Wohnungen aufgelistet.


Schimmel durch:

  • zu hohe Raumfeuchten
  • zu geringen Luftwechsel
  • zu niedrige Raumtemperatur
  • zu geringe Wandoberflächentemperatur
  • geometrische Schwachstellen
  • durch Einrichtungsgegenstände verstellte Außenwände
  • feuchte Wände
  • Wasserschäden
  • Innenraumquellen wie z.B. Pflanzen oder Aquarien
  • eingelüftete oder durch Personen eingebrachte Sporen


Quellen des Schimmels:

Quellen gibt es für Schimmel und Schimmelsporen in Haushalten fast unzählige.
Über diese Quellen werden die Schimmelsporen freigesetzt und können sich über die Raumluft verteilen und somit schnell und effizient neue Lebensräume erschließen.


Übersicht über die häufigsten Schimmelquellen in Haushalten:


  • Wand- und Deckenverkleidungen
  • Klimaanlagen
  • Staub (Hausstaub, Staub in Teppichen)
  • Möbel, Matratzen
  • Staubsauger
  • Dauerelastische Fugen
  • Blumenerde
  • Lebensmittel und Tierfutter
  • Wasserverdunster
  • Undichtigkeiten (Elektrodosen, Rolladengurte, Fenster, Anschlüsse)
  • Synthetische Materialien
  • Biotonnen, Komposthaufen
  • Spülmaschine, Waschmaschine, Inhalationsgeräte

Diese Liste lässt sich je nach Wohnraum und Nutzung noch lange weiterführen.
Wichtig ist der optimale und richtige Umgang mit den Schimmelquellen, um ein gesundheitlichen Risiko zu vermeiden. Deshalb ist es wichtig die richtigen Ansprechpartner, also Spezialisten auf dem Gebiet Schimmel und Schimmelbekämpfung zu finden.

Feuchtigkeit ist die Hauptursache für Schimmelbildung in Gebäuden.
Schimmelpilze finden hier ein reiches Nahrungsangebot: Zellulose (Tapeten, Kleister, Holz und Holzwerkstoffe, Gipskartonplatten) oder auch Kunststoffe (Wandbeschichtungen, Teppichböden, Bodenbeläge usw.).
Schimmel braucht zum leben mehrere Parameter aber immer eine gewisse Feuchte. Deshalb kann eine zu hohe Feuchte in der Raumluft zu Kondensation an den geometrischen Schwachstellen oder Wärmebrücken führen und so das Wachstum von Schimmel begünstigen. Die rel. Feuchte ist an kühlen Wandflächen aufgrund der niedrigeren Oberflächentemperatur wesentlich höher als in der Raummitte. Dadurch kann die Raumfeuchte aufgrund von Taupunktunterschreitung an der Oberfläche auskondensieren und schafft damit ideale Wachstumsbedingungen für Schimmel. In der DIN 4108 wird als oberster Grenzwert (kein Dauerwert) für Schimmelbildung 70% rel. Raumfeuchte angegeben. Das normale Raumklima sollte nach der Norm zwischen 30 und 60% rel. liegen, welche auch aus hygienischer Sicht als Grenzwerte anzusehen sind.
Der Mensch besitzt kein Organ zum bestimmen der Feuchte. Er spürt nur die Extremwerte (zu trocken oder zu feucht). Feuchten unter 30% führen zu Staubverschwelungen an den Heizflächen. Durch die Verschwelung freigesetzten Stoffe wie z.B. Ammonjack kann es zu Reizungen der Augen oder Schleimhäute kommen. Feuchten über 60% behindern die Wärmeregulierung1) des Körpers und werden deshalb auch als unbehaglich empfunden.


Luftfeuchtigkeit


Eine rel. Luftfeuchte von bis 60% ist je nach Wohnung, Belegung und Nutzung als nutzungstypisch anzusehen. Ein unverhältnismäßiges Lüften kann dem Nutzer nach höchstrichterlicher Rechtssprechung nicht zugemutet werden.
Zu hohe Raumfeuchten verursachen auch einen erhöhten Heizenergiebedarf. Die in der Luft enthaltene Feuchte muss mit erwärmt werden und speichert diese Energie in der sogenannten Enthalpie. Diese Energie geht mit jeden Lüften verloren.
Der Mensch produziert durch das normale Bewohnen zusätzliche Feuchtelasten. Bei einem 3-4 Personenhaushalt können dies je nach Nutzung 10-15 Liter Feuchte sein!


Heizverhalten

Gerade in der heutigen Zeit mit hohen und stark steigenden Energiepreisen werden solche Energiespartipps wie „1°C Absenken der Raumtemperatur spart ~ 6% Energie“ verbreitet. Dies führt bei schlecht isolierten oder älteren Gebäuden aber zu noch niedrigeren Wandoberflächentemperaturen und den damit verbundenen Problemen.
Da die Wandoberflächentemperatur bei ungedämmten Außenwänden ca. 5-10°C kälter als die Raumluft sein kann, wird dadurch die Wandoberflächentemperatur weiter verringert. An solch kalten Oberflächen kann es bei entsprechender Raumfeuchte zur einer Taupunktunterschreitung kommen und dadurch zum Feuchteausfall und Schimmel an der Wand.


Wasserschäden

Wasserschäden oder Überschwemmungen führen fast immer zu einem Schimmelbefall an den benetzten Oberflächen. Gerade das Überschwämmungswasser (Hochwasser) führt Unmengen an Organismen mit sich. So befallenen Stellen müssen deshalb vollständig getrocknet und fachmännisch saniert werden.
Manchmal sind es aber auch unentdeckte Undichtigkeiten der in der Wand verlegen Wasser- und Heizungsleitungen (Lochfraß) oder einer Fallrohrleitung außen, die zu einer Durchfeuchtung der Wand und damit zum Schimmelpilzbefall führen. Solche „Durchfeuchtungen“ können oft über Jahre hinweg unentdeckt bleiben.
Deshalb ist es zur Ursachenermittlung unbedingt notwendig auch solche Möglichkeiten mit in betracht zu ziehen, diese werden aber von vielen Begutachtern oft wissentlich oder unwissentlich übersehen


Schimmel durch Innenraumquellen

Pflanzen, Pflanzenerde, Lebensmittel usw. können Fruchtkörper bilden die dann Schimmelsporen abgeben können. Diese können sich dann an den Schwachstellen des Gebäudes anhaften und bei „günstigen“ Voraussetzungen vermehren. Vor allen die Pflanzenerde sollte regelmäßig auf Schimmelbefall untersucht werden, da sie durch das Gießen immer optimal feucht ist. Die Schimmelbelastung durch Pflanzen trifft nur auf wenige Pilzarten zu und ist bei einer geringen Anzahl von Pflanzen in der Wohnung eher unkritisch. Allergische Personen sollten sich aber dennoch auf diese Pilzarten untersuchen lassen.
Eine Regelmäßige Kontrolle der Pflanzenerde beim gießen ist die Einfachste und wirkungsvollste Maßnahme


Falsche Kellerlüftung

In Kellerräumen wir im Sommer meist durch permanent offen stehende Kellerfenster gelüftet. Dabei wird übersehen, dass dadurch Luft mit hoher Feuchte in den Keller hineingelüftet wird. Die feuchte Luft kondensiert dann an den kühlen Wandoberflächen aus und bietet so einen idealen Nährboden für Schimmel. Solche Feuchteschäden werden dann nicht selten als drückende oder aufsteigende Feuchte interpretiert.
Optimal wird der Keller im Winter gelüftet und im Sommer nur an kühlen Nächten oder in den frühen Morgenstunden. Da im Sommer die Bestimmung des richtigen Lüftungszeitpunktes sehr schwierig ist, empfiehlt es sich dies mit einem preisgünstigen Raumklimamessgerät zu überwachen. Diese müssen neben der Raumtemperatur und rel. Feuchte auch den Taupunkt anzeigen. Mit einem günstigen Oberflächenthermometer kann dann die Wandoberflächentemperatur mit der angezeigten Taupunktgrenze verglichen werden um im Sommer die Fenster rechtzeitig zu schließen. Die Geräte sind im Fachhandel zu beziehen.


Schimmelproblematik allgemein

Schimmel in den Wohnungen wird in der heutigen Zeit immer mehr zum Problem. Als Ursachen werden häufig pauschale Argumente wie z.B. „falsches Lüftungsverhalten“ oder „Schimmel durch Kunststofffenster“ ausgegeben. Diese unsachgemäßen Argumente führen danach meist zu Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter. Schon heute ist Schimmel der zweit-häufigste Streitgrund vor Gericht.
Dabei ist für eine Schimmeluntersuchung eine sachgemäße Vorgehensweise und eine genaue Ursachenanalyse wichtig, da jedes Gebäude unterschiedlich gebaut und das Nutzerverhalten der jeweiligen Bewohner sehr unterschiedlich ist. Etwa 20-25% der Schimmelprobleme in Wohnungen gehen auf Baumängel sowie zu gleichen Teilen auf falsches Lüftungs- und Nutzerverhalten zurück. In 45-55% der Fälle kommt beides zusammen. Deshalb ist für eine seriöse und fachmännische Ursachenermittlung umfangreiche Sachkenntnis und fundiertes Fachwissen in mehreren Gewerken notwendig.
Neueste Untersuchungen des „Aachener Institutes für Bauschadesnforschung und Angewandte Bauphysik“ über die Ursachen von „Schimmelpilzbefall bei hochwärmegedämmten Neu- und Altbauten“ ergaben ernüchternde Erkenntnisse. Nach dieser Studie ist selbst in Gebäuden, die nach den verschiedenen Wärmeschutzverordnung ab 1995 errichtet wurden, trotz fehlerfreier Bauausführung und angepassten Lüftungsverhalten der Nutzer, in ca. 1/3 der Fälle Schimmel festzustellen. In der Zusammenfassung werden Verbände und Forschungseinrichtungen aufgefordert die Konstruktionsregeln und Anforderungen bei Fensteranschlüssen und dreidimensionaler Raumecken zu überarbeiten.


Kurz gesagt:

Die Normgremien haben in den letzten Jahren die Problematik der Schimmelbildung in Wohnungen nicht rechtzeitig erkannt, was zu unnötigen Rechtsstreitigkeiten geführt hat.